Ich bin dann mal weg...

...Bretagne 2013/2014

 
07Sept
2013

L'aventure est terminée.

Ja, es stimmt. - Ich bin wieder in Deutschland. 

Das kommt auch für mich sehr plötzlich. Bis jetzt habe ich mein Aupair-Jahr ziemlich genossen und habe auch schon viele Erfahrungen sammeln können - sowohl menschlich als auch sprachlich.

Warum also der plötzliche "Sinneswandel"? Das ist gar nicht so einfach zu erklären. Ganz kurz gesagt: es gab sehr große Differenzen zwischen meiner Gastmutter und mir.

Ich hatte das Gefühl, dass sie sich innerhalb von ein paar Stunden sehr massiv verändert hat, wie wenn sie ein anderes Gesicht aufgesetzt hätte. Ich denke sie hatte beruflichen Stress und Ärger.

Leider habe ich gerade an diesem Tag einen für meine Gastmutter sehr gravierenden Fehler gemacht: während Camille abends auf dem Sofa geschlafen hat (meine Gastmutter war noch in der Arbeit), habe ich nur für ein paar Minuten das Zimmer verlassen und genau in diesem Moment ist meine Gastmutter nach Hause gekommen. Sie hat mich sofort zur Rede gestellt, waurm ich ihr schlafendes Kind in dem Zimmer allein lasse. Sie war völlig aufgebracht und extrem verärgert. Ich habe mir gar nicht viel dabei gedacht, ich wollte nur ein paar Augenblicke etwas in einem anderen Zimmer erledigen.. mir war nicht klar, dass sie erwartete, dass ich mich die ganze Zeit neben das schlafende Kind setze und es überwache.

Natürlich hätte ich das Babyphone stellen können, aber da ich wirklich nur für ein paar Minuten aus dem Zimmer ging, habe ich gar nicht an das Babyphone gedacht.

Also saß ich ziemlich in der Tinte. Ich habe mich selbstverständlich mehrmals für meinen Fehler entschuldigt und es ist zum Glück auch nichts passiert, Camille hat die ganze  Nacht durchgeschlafen.

Doch meine Gastmutter hat sich nicht beruhigen lassen. Sie hat mir mehrere Moralpredigten gehalten, die teilweise unter die Gürtellinie gingen. Sie erzählte mir etwas von mangeldem Verantwortungsbewusstsein und noch dazu hätte ich sowieso keine Ahnung wie man mit einem Kind umgeht. Ich wollte dies nicht auf mir sitzen lassen und habe versucht, ganz in Ruhe mit ihr zu sprechen. Aber je mehr ich sagte, desto mehr Fehler fielen ihr ein, die ich im Laufe der paar Tage angeblich gemacht habe.. am Schluss war es einfach nur noch an den Haaren herbeigezogen.

Diese Anschuldigungen haben mich sehr getroffen, da ich schon der Meinung bin, dass ich vier Tage lang mein Bestes gegeben habe und ich sehr wohl Verantwortung für ein Kind übernehmen kann. Meine Gastmutter ließ sich jedoch nicht davon abbringen die Aupair-Agentur anzurufen. Sie hat sehr lange mit der Dame von der französichen Agentur gesprochen und ihr erzählt wie verantwortungslos ich doch sei und dass man kein Kind in meine Hände geben könne. Glücklicherweise wollte die Dame der französischen Agentur auch mit mir sprechen und meine Version hören. Ich erzählte ihr meine Sicht der Dinge, natürlich auf Französisch, und ich hatte Glück: Sie war auf meiner Seite. Sie meinte ich mache einen guten Eindruck auf sie und auch mein Französisch sei sehr gut. Ich sollte doch mal mit meiner deutschen Agentur in München sprechen.

Gesagt, getan. Die Dame der deutschen Agentur in München kannte ich gut. Wir hatten lange vor meiner Abreise schon E-Mail-Kontakt. Auch sie war der Meinung, dass die Anschuldigungen meiner Gastmutter nicht gerechtfertigt seien. Meine Heimreise, die meine Gastmutter wünschte, sei vertragswidrig, da ich laut Vertrag zwei Wochen "Schonfrist" habe. 

Ich aber war mir sicher, dass ich in dieser Familie nicht weiter leben möchte. Ich wäre mit meiner Gastmutter auch nach 2 Wochen nicht auf gleiche Wellenlänge gekommen. Sie lehnte ebenfalls eine weitere Zusammenarbeit mit mir strikt ab. Also wurde der Vertrag sofort aufgelöst, da ich mir mit der Gastmutter in diesem Punkt einig war.

Doch die Agenturen wollte mir noch eine zweite Chance geben, da ich laut ihnen nichts getan habe, was nicht auch eine "echte" Mutter getan hätte. Sie hatten mir nicht wirklich etwas vorzuwerfen. Mir wurde auch sofort eine neue Familie angeboten. Jedoch hat mich dieser Vorfall in meiner Gastfamilie in St. Malo ziemlich mitgenommen. Ich hatte nicht die Kraft und auch nicht wirklich Lust einen Tag später wieder ganz von vorn anzufangen - in einer neuen Familie und in einer neuen Umgebung. Ich wollte erst alles ruhen lassen. Also bin ich auf Anraten meiner Eltern mit gemischten Gefühlen heute nach Hause gefahren. Die Situation mit meiner Gastmutter war so verfahren, dass wir uns nicht einmal voneinander verabschiedet haben.

Doch nun im Nachhinein betrachtet, bin ich sehr froh wieder zu Hause zu sein und ich bin mir nicht sicher, ob ich noch einmal einen Neustart in Sachen Aupair wage. Ich werde mich erst einmal von der Agentur für Arbeit beraten lassen - ab September 2014 geht es dann weiter mit der Fachakademie, da bin ich bereits angemeldet.

Soo, nun seid ihr auf dem neuesten Stand, ich denke ich werde auch in Deutschland meinen Blog hin und wieder aktualieren!

 

bis bald

Katharina

04Sept
2013

À la plage (= am Strand)

Camille mit seiner besten Freundin am Strand die kleine Katze in unserem Garten!

04Sept
2013

Höhen und Tiefen

Bonsoir!

Der erste Mittwoch ist überstanden! Mittwoch ist für französische Schulkinder ein freier Tag, das gilt aber ganz und gar nicht für Aupairs - im Gegenteil. Der Mittwoch ist somit der anstrengenste Tag von allen.

Da auch meine Gastmutter heute nicht frei hatte, war ich von 6:00 Uhr  bis 20:30 Uhr voll beschäftigt. (eine kleine Pause verschaffte mir Camilles einstündiger Mittagsschlaf) Wie ich schon erwähnte, ist Camille ein sehr aufgewecktes Kind, besonders wenn er müde ist. Er scheint auch gerade in der "ich-schau-mal-wie-weit-ich-gehen-kann-Phase" zu sein, das kann sehr anstrengend werden. Diese Phase hat er aber nicht nur gegenüber mir sondern vor allem auch gegenüber seiner Mutter. Manche Dinge wie z. B. "setz dich bitte hin, wenn du isst" muss man 20 Mal wiederholen und dann ist man sich immer noch nicht sicher, ob Camille gerade überhaupt zugehört hat. Wenn man etwas sagt, macht er es schon aus Prinzip erstmal nicht, drei Mal wiederholen ist das minderste.

Diese Situation hat meine Laune heute Nachmittag ziemlich getrübt, obwohl wir am wunderschönen Strand von St. Malo waren (siehe Fotos). Aber abends ging alles schon wieder viel besser und wir waren ein gutes Team. Ich glaube ein bisschen Austoben schadet nie. Ich freue mich schon auf morgen, wenn Camille von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr in der Schule ist und ich fast einen ganzen freien Tag genießen kann, der Tag heute hat mich ziemlich geschlaucht. Es gibt immer bessere und schlechtere Tage Lächelnd

Was mein Französisch betrifft, bin ich mehr als zufrieden - jeden Tag lerne ich Wörter und Ausdrücke dazu und ich merke auch jeden Tag, dass ich mehr verstehe. Fortschritt pur!

jetzt ruft aber mein Bett, gute Nacht!

PS: schönen Urlaub Mama & Papa!

02Sept
2013

L'aventure commence!

Bonsoir!

Endlich ist es so weit und ich kann euch von meinen ersten Eindrücken berichten.

Aber zu allererst möchte ich einfach mal DANKE sagen:

allen voran natürlich meinen Eltern, die immer für mich da waren/sind und die mir das alles hier ermöglicht haben - aber auch der ganzen restlichen Familie, meinen Omas und meinen Freunden für ihre aufmunternden Worte, Wünsche und auch kleinen Präsente. Lächelnd  Es ist schön zu wissen, dass es zu Hause jemanden gibt, dem man alles erzählen und anvertrauen kann und der immer ein offenes Ohr und Ratschläge parat hat.

Ihr seid die Besten!!! 

Aber genug der Danksagungen, ich komme dann mal zum für euch sicherlich interessanteren Teil Lachend

Ich kann immer noch nicht richtig fassen, dass ich nun endlich hier bin. Eigentlich wollte ich gestern schon wieder "bloggen", aber ich habe erst seit heute Abend WLAN.Natürlich ist in den vergangenen Stunden wahnsinnig viel passiert, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll zu erzählen.

Ich wurde schon am Bahnhof mit offenen Armen empfangen - sowohl die Gastmutter und ihr Sohn als auch die Oma des Hauses, die kurzzeitig zu Besuch war, sind mehr als herzlich und tun alles, damit es mir gut geht. Ich durfte ein wunderschönes kleines Gartenhäuschen beziehen. Gartenhäuschen ist vielleicht der falsche Ausdruck, ich habe immerhin ein großes Zimmer mit Bett, Küchenzeile + Elektrogeräte, Fernseher und ein eigenes  Bad mit Dusche. Besser kann man es nicht haben. Die Lage ist auch ein Traum - 50 m zum tiefblauen Meer mit Sandstrand. J'aime St. Malo!

Heute war noch ein "Schontag", da mein Aupair-Kind Camille erst ab morgen in die Schule geht. Vormittags hat er mir sein Zimmer und alle seine Spielsachen gezeigt, mit denen wir uns stundenlang beschäftigt haben. Camille ist ein sehr aufgewecktes und aktives Kind, aber man kann auch richtig schön mit ihm spielen. Später habe ich mich mit einem anderen Aupair getroffen, dass vor ca. einer Woche aus England angereist ist. Ich freue mich immer, wenn ich mich mit "Leidensgenossinnen" treffen kann. Abends haben wir den Tag auf dem Spielplatz ausklingen lassen. Ab morgen beginnt dann der Alltag mit Schule usw., aber glücklicherweise hat meine Gastmutter noch frei und sie kann mir noch einiges zeigen und ein paar Tipps geben.

Da wären wir auch schon beim Thema Sprache: ich habe es mir nicht so anstrengend vorgestellt,  wenn man den ganzen Tag mit einer Fremdsprache konfrontiert wird. Es ist unglaublich hart. Im Französischunterricht konnte man wenigstens noch im äußersten Notfall auf Deutsch zurückgreifen, hier hat man keine Chance. Ich denke schon, dass ich von mir sagen kann, dass ich gut Französisch spreche und ich verstehe auch sehr gut was gesagt wird, aber in der Geschwindigkeit dann auch noch immer eine Antwort parat zu haben, ist für mich im Moment fast unmöglich. Ich bekomme viel erzählt und meistens komme ich nicht über ein "Oui, oui" hinaus. Das ist sehr schade, aber was will ich nach 2 Tagen schon sagen?? Ich muss mir Zeit geben. Das Dumme ist nur, dass meine Gastfamilie wohl oft das Gefühl hat, dass ich sie gar nicht verstehe, wenn immer nur mein "Oui, oui" kommt Lachend, aber das ist nicht mein Problem. Ich denke das wird sich mit der Zeit einspielen.

Das war's dann mal für heute, der Eintrag wurde sowieso schon wieder viel zu lang!

Mein Blog wird jetzt dann öfter aktualisiert, versprochen! Lächelnd

à bientôt 

Katharina

 

15August
2013

Hallo erstmal!

Dies ist er also, mein erster Blogeintrag.

Schon seit längerem wollte ich mit dem Bloggen anfangen, doch irgendwie hat es sich trotzdem nie ergeben.

Nun sitze ich hier und habe meinen Wunsch endlich in die Tat umgesetzt! Der Anfang ist also gemacht. 

Warum ich mich gerade jetzt dazu durchgerungen habe, ist schnell erklärt:

In 16 Tagen, den 1. September 2013, werde ich in den Zug steigen (oder genauer gesagt in drei Züge) und nach über 12 Stunden Fahrt (hoffentlich) in der Bretagne ankommen, genauer gesagt in Saint-Malo. Dort wird mich meine Gastfamilie erwarten mit der ich die nächsten 11 Monate verbringen werde. Noch habe ich das alles gar nicht wirklich realisiert.

Mit diesem wohl millionsten Au-Pair-Blog im Netz werde ich euch über meine Erlebnisse und Erfahrungen in der Fremde auf dem Laufenden halten! Ich werde mein Bestes geben, ihn immer regelmäßig zu aktualisieren Lächelnd

 

Viel Spaß beim Lesen!

Katharina